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Esteban Lazo: Kuba trotzt dem Blockadekrieg der USA

Zum Abschluss der dreitägigen Weltkonferenz der Parlamentspräsidenten fand am 31. Juli in der kubanischen UNO-Vertretung in Genf ein Treffen mit dem Repräsentanten Kubas, Esteban Lazo statt. Bis 2023 war Lazo Vorsitzender des kubanischen Parlaments.

von Kaspar Trümpy

Unter den etwa 40 Anwesenden fanden sich unter anderen Delegierte von mediCuba, der Vereinigung Schweiz-Cuba, der Kommunistischen Partei sowie der PdA Basel ein. Der 81-jährige Lazo referierte während fast zwei Stunden über die aktuelle, schwierige Situation Kubas infolge der zunehmend erdrückenden US-Sanktionen. Interne und externe Aspekte wurden detailliert beleuchtet. Er betonte neben der materiellen Unterstützung die Wichtigkeit freundschaftlicher Beziehungen ausländischer Organisationen zu Kuba.

Ein intensiver wirtschaftlicher und kultureller Austausch findet speziell mit Russland, China und Vietnam statt; leider wird Venezuela von den USA ebenfalls stark sanktioniert. Ein hoffnungsvoller Aspekt ist die Integration Kubas in die BRICS.

Grosse interne Anstrengungen werden unternommen, um die sehr schwierige Situation im Energiesektor zu überwinden. Mit russischen Krediten z. B. wird die Reparatur havarierter Kraftwerke amerikanischen und französischen Ursprungs angegangen. Mit Hilfe Chinas wurden Fotovoltaik-Anlagen von mehreren 100 MW installiert. In der Sonderwirtschaftszone Mariel sind aktuell sieben vietnamesische Unternehmen angesiedelt.

Lazo erwähnte auch hausgemachte Fehler Kubas. Stark verbesserungsbedürftig ist die Situation im Agrarsektor mit zunehmend privat produzierten, aber bis jetzt noch teuren Produkten. Anstrengungen bei der Digitalisierung oder sogar bei der künstlichen Intelligenz sind am Laufen. Im sozialen Bereich wurde der Codigo de la Familia erwähnt. Es wird versucht, die Arbeitsdisziplin aufzuwerten (…) Die hohe Inflation, der Mangel an Medikamenten, die Überalterung der kubanischen Gesellschaft und die Auswanderung junger Kubaner sind weitere Herausforderungen für das Land. Die Integration von 17 000 privaten Kleinunternehmen (Mipyme) in das System von 3000 staatlichen Unternehmen wird verfeinert.

Angesichts der unzähligen dringenden Probleme, die angegangen werden müssen, ist nur eine langsame Verbesserung der Lage zu verzeichnen (bis jetzt sind in diesem Jahr glücklicherweise noch keine zerstörerischen Hurrikane über Kuba hinweggefegt). Die Geduld und Zuversicht der Kubaner ist weitgehend ungebrochen und ein Einknicken vor den US-Repressionen ist undenkbar.

Zur Ergänzung des Berichts über die Veranstaltung mit Esteban Lazo noch eine Anmerkung: In der Zeitung junge Welt ist am 23. Juli 2025 ein interessanter Bericht zur Geschichte Paraguays erschienen. Darin werden die bekannten Jesuiten-Republiken Paraguays und Uruguays im 17. Jahrhundert beschrieben. Im Gegensatz zu den versklavenden Praktiken gegenüber den Ureinwohnern Südamerikas wurde dort eine nach heutigen Massstäben fortschrittliche Staatsform gepflegt. In Paraguay überdauerten diese Verhältnisse bis ins 19. Jahrhundert. Auf Betreiben Londons überfielen jedoch 1865 Verbände Argentiniens, Brasiliens und Uruguays das Land und töteten in völkermörderischer Weise einen Grossteil der Einwohner Paraguays. Nur schon wegen diesem Bild vor Augen muss das humanistische Vorbild Kubas unbedingt unterstützt und verteidigt werden! Die castrofeindlichen Miami-Kubaner würden bei einer Rückkehr ihren faschistischen Vorstellungen freien Lauf lassen.